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8. Tag
19. Juli 2002
Aigurande - Chambon Sainte Croix - Dun le Pastelet - Colondannes - La Souterraine - Saint Maurice - Morerolles s.Semme - Bessines s.Gartempe - Saint Symphorien s.Couze - Nantiat - Chamboret - Cieux - Javerdat - Saint Junien
Von Aigurande (F)

Wir nehmen unser Frühstück im Hotel ein. Die drei Monteure, die gestern Abend noch feuchtfröhlich am Nebentisch saß en, als wir zu Bett gingen, sind schon weg. Wir erkennen, dass wir unsere Strategie ändern müssen. In jedem Fall sollten wir morgens früher aufbrechen. Die letzten Tage haben gezeigt, dass wir unser Tagesziel zu spät erreichen. Hinzu kommt noch, dass es von Tag zu Tag wärmer wird. Wir fahren schließlich in Richtung Süden.

Der heutige Tag beginnt nicht gerade verheißungsvoll. Beim Check der Fahrräder bemerkt Jürgen, dass der Reifen meines Hinterrades porös ist. So könne ich auf keinen Fall weiterfahren, meint er. (Wie kann das sein? Es ist ein neues Fahrrad, das ich erst eine Woche vor unserer Tour gekauft h a b e . ) Wir suchen also eine Werkstatt im Ort auf. Es ist eine Werkstatt, in der in erster Linie Autos repariert werden u n d , so nebenbei, Fahrräder. Autos haben jedenfalls Vorrang. Wir müssen uns also in Geduld ü ben. Schließlich bekommt mein Hinterrad einen neuen Mantel. Er hat zwar andere Maße als der kaputte Mantel; doch lieber den als keinen, denke ich mir, zumal der Monteur versichert, dass ich damit problemlos bis Santiago komme. Sein Wort in Gottes Ohr. Mehr Pannen können wir uns jedenfalls nicht mehr leisten. Das müsste reichen für die gesamte Tour.Der heutige Tag beginnt nicht gerade verheißungsvoll. Beim Check der Fahrräder bemerkt Jürgen, dass der Reifen meines Hinterrades porös ist. So könne ich auf keinen Fall weiterfahren, meint er. (Wie kann das sein? Es ist ein neues Fahrrad, das ich erst eine Woche vor unserer Tour gekauft h a b e . ) Wir suchen also eine Werkstatt im Ort auf. Es ist eine Werkstatt, in der in erster Linie Autos repariert werden u n d , so nebenbei, Fahrräder. Autos haben jedenfalls Vorrang. Wir müssen uns also in Geduld ü ben. Schließlich bekommt mein Hinterrad einen neuen Mantel. Er hat zwar andere Maße als der kaputte Mantel; doch lieber den als keinen, denke ich mir, zumal der Monteur versichert, dass ich damit problemlos bis Santiago komme. Sein Wort in Gottes Ohr. Mehr Pannen können wir uns jedenfalls nicht mehr leisten. Das müsste reichen für die gesamte Tour.

Um 10:00 Uhr geht es dann endlich los. Es ist schon recht warm. Von Aigurande geht es direkt steil hinunter zum nächsten Fluss. Es ist die Creuse. Dann geht es wieder hoch nach Chambon um sogleich wieder steil ins Flusstal hinunterzugehen. Wieder steht Creuse als Name auf dem Schild am Fluss. Wie kann das sein? Wir haben aber nicht viel Zeit nachzudenken, weil es nach Dun Le Pastelet wieder hochgeht. Wir durchqueren bei strahlendem Sonnenschein herrliche und abwechslungsreiche Hügellandschaften, wie La Creuse, Limousin und Haute Limousin. Das Auf und Ab ist erträglich. Oder haben wir uns bereits daran gewöhnt? Die Straßen winden sich moderat um jede Bergflanke. Immer wieder durchqueren wir kleine Dörfer und Weiler. Es riecht ländlich. Sind es in der La Creuse weiße Rinder, die auf den Weiden grasen, begegnen uns im Limousin die bekannten braunen Limousin- Rinder. Im Haute-Limousin sind es ausschließlich Schafe, die das Landschaftsbild prägen.

Eine ganze Weile fahren wir parallel zur Autoroute, der französischen Autobahn, die sich hier stur geradeaus durch hügelige Landschaften schwingt. Wir beobachten das Rasen der Kraftfahrzeuge und freuen uns in frischer Luft im Sonnenschein zu Radeln. Unser Weg ist die alte Nationalstraße Richtung Limoges. Auch sie ist schnurgerade und man kann die Hügel schon kilometerweit vorher sehen. Die Örtchen am Wegesrand sind wie ausgestorben. An den Häusern erkennt man, dass sie früher vor dem Bau der Autobahn bessere Zeiten gesehen haben. Doch jetzt ist die Straße fast verkehrsfrei. Der Ort Cieux scheint noch ein wenig von seiner alten Bedeutung gerettet zu haben. Es gibt einen belebten Marktplatz, auf dem wir unter Platanen neben einem plätschernden Brunnen unsere Colas schlürfen. Ach was fällt es schwer, uns los zu reißen und wieder in die heiße Nachmittagssonne zu kommen.

Es ist schon 20:00 Uh r , als wir unser Etappenziel St.Junien erreichen. Wir haben Glück und bekommen oberhalb einer Bar ein Dreibettzimmer. Es ist sehr einfach, dafür für französische Verhältnisse aber auch preiswert. Obwohl es schon recht spät ist, herrscht im Ort noch reges Treiben. Wir ergattern bei einem "Italiener" noch einen Tisch draußen und genießen das Essen und den Abend mit der schon südländisch anmutenden Atmosphäre.

Bevor wir zu Bett gehen, trinken wir in unserer Bar noch ein "Absacker-Bier". Als der sympathische Wirt den noch an der Theke verbliebenen Gästen von unserem Vorhaben erzählt, bringen diese uns ihre Bewunderung ob unserer bisher erbrachten Leistung zum Ausdruck und spendieren uns spontan ein Bier. Und ich denke, dass auch wir zufrieden sein kö nnen, denn unsere Fahrt bis hierher - immerhin 985 km in 7 1/2 Tagen -war wahrlich alles andere als eine Spazierfahrt. Für uns "alte Böcke" (Jürgen ist immerhin schon 63 Jahre) war es schon eine große sportliche Leistung, und eine mentale dazu. Mit dieser im positiven Sinne zu sehenden Selbstzufriedenheit trinken wir unser Bier aus und begeben uns zur wohlverdienten Nachtruhe in unsere "3-Bett-Suite".

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