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4. Tag
15. Juli 2002
Reims Thillois – Cormontreuil (Überquerung Marne) – Ludes (Montagne de Reims) - Louvois - Tauxieres-Mutry - Avenay Val d’Or (Überquerung Marne) - Mareuil sur Ay - Mesnil s.Oger - Vertus - Bergères les Vertus - Morains - Fère Champenoise - Euvy - Gourgancon - Salon - Plancy L’Abbais (Überquerung Aube) - Charny le Bachot – Droupt le Marie – Droupt St. Basle (entlang der Seine)- Rilly Sante Syre - Chauchigny – Villacerf - Saint Benoit s. Seine - Sainte Maure (Überquerung Seine) - Troyes (etwa 75000 E.; frühere Hauptstadt der Champagne; Stadt der hundert Türme; Kathedrale Saint Pierre et Saint Paul)
Von Reims (F)

Nach einem wiederum spärlichen Frühstück im Etap-Hotel checkt Jürgen kurz die Fahrräder durch und gegen 9:00 Uhr brechen wir auf. Leider versä umen wir es im Hotel, schon das nä chste Etap Hotel zu buchen. Dies sollte sich spä ter rä chen. Es regnet leicht. Für Jürgen ist das kein Regen, sondern nur herabfallender Nebel, also werden unsere Regenjacken kurzerhand in Nebeljacken umfunktioniert. Die ersten Kilometer aus der Stadt erfordern unsere vollste Konzentration. Da es keine Radwege gibt - wie übrigens in fast ganz Frankreich - müssen wir uns den Weg zwischen Lastern, Bussen und recht undiszipliniert fahrenden PKW-Fahrern bahnen und sind schließlich heilfroh, wieder in ländliche Regionen zu kommen. Vorher jedoch gilt es , unsere Trink- und Proviantvorräte aufzufüllen. Beim Einkauf in einem großen Supermarkt merken wir (Gerd und i c h ) , dass wir durchaus unterschiedliche Geschmäcker haben. Doch es gelingt uns schnell, diese auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Nur Jü rgen, der draußen unsere Fahrräder bewacht, muss mit dem, was wir ausgesucht haben, zufrieden sein, und er ist es wohl auch, denn beim Aufteilen hören wir keinen Kommentar. Kurz vor dem Verlassen von Reims besucht Jürgen noch eine Apotheke und besorgt sich dort unter dem Schmunzeln der Apothekerin eine lindernde Salbe.

Der erste Teil der heutigen Etappe führt uns durch die berühmte Champagne. Leider ist uns über weite Phasen aufgrund der dunklen Wolken der Blick in diese herrliche Landschaft mit den sanften, grünen Rebenhängen verwehrt. Die Champagne erinnert sehr an die Pfalz. Der Regen hat zum Glück aufgehört. Am Straßenrand erblicken wir Steinblöcke, auf die die Namen berühmter Champagnermarken, wie zum Beispiel Veuve Cliquot, Mumm, Moet, Chandun, Pommery etc. eingemeißelt sind. Auf großen Tafeln wird immer wieder zu kostenlosen Proben auf den Champagnergütern eingeladen. Dass es uns, vor allem mir, äußerst schwer fällt, diesen Einladungen zu widerstehen, brauche ich wohl nicht besonders zu erwähnen. Für Champagnerproben haben wir leider keine Zeit, obwohl es sich sicher mit Champagner im Blut beschwingter fahren ließe. Auffallend für uns sind die vielen Rosen, die am Rande der Weinberge bzw. Weinfelder blühen. Früher wurden diese Rosen zur Schädlingsbekämpfung angepflanzt, heute dienen sie nur der Verschönerung. Zur Schädlingsbekämpfung werden Flugzeuge eingesetzt, die weitflächig die Rebenhänge "bespritzen" (wovon wir uns überzeugen konnten). Jetzt weiß ich auch, woher die "Spritzigkeit" des Champagners kommt. Die herrschaftlichen Champagnergüter und die schönen blumengeschmückten Dörfer, wie zum 13 Beispiel Vertus, lassen deutlich erkennen, dass diese Region erheblich vom teuren Champagner mitpartizipiert. Wir sind jedenfalls begeistert von der Champagne. Hinter Vertus ändert sich die Landschaft schlagartig. Es gibt keine Weinfelder mehr. Stattdessen leuchten Sonnenblumenfelder in der Sonne, die sich gegen Mittag wieder blicken lässt. Am Rande von Bergè res les Vertus finden wir an einer Kreuzung einen Tisch mit zwei Bä nken, die wir gerne zur Mittagpause nutzen. Aufgrund des starken Rückenwindes (Nordwestwind) und der wieder flacher werdenden Landschaft kommen wir gut voran und erreichen bald die Seine. Leider fällt unser schon obligatorischer Nachmittagskaffee mit "pain au chocolat" aus, da in den kleinen Orten, die wir durchfahren, die Geschäfte am Tage nach dem Nationalfeiertag geschlossen haben. Eine am Wegesrand liegende Tankstelle bietet die einzige Möglichkeit, an diesem Tag unseren Flüssigkeitspegel wieder aufzufüllen.

Nach 143 Kilometern (!) erreichen wir am frühen Abend unseren Etappenort Troyes. Das von uns anvisierte Etap-Hotel im Zentrum der Stadt ist leider ausgebucht. Nach langem Suchen finden wir schließlich in der Nähe des Bahnhofs ein relativ preiswertes Hotel mit Dreibettzimmer. Eine Brasserie in der Innenstadt mit kleinen Portionen und hohen Preisen liefert unser Nachtmahl. Ein Bummel nach dem Abendessen durch die malerische Altstadt mit ihren für uns ungewohnten hohen Fachwerkhäusern lässt einen schö nen, aber auch anstrengenden Tag ausklingen. Natürlich darf auch heute unser Schlummertrunk, den wir in einer mexikanischen Kneipe einnehmen, nicht fehlen.


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