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3. Tag
14. Juli 2002
Revin - Les Mazur - Lac de Vieilles Forges Stausee - Renwez - Lonny - Sormonne - Rouvroy s. Audry - Clavy-Warby - Neuville les This - Launois s.Vance - Faissault - Viel St.Remy Corny - Novy N 51 - Rethel - Avancon - Roizy - Boult s. Suippe - Fresnes les Reims - Batheny - Reims (Stadt in der Champagne mit etwa 200 000 E. ;viele kulturelle Denkmäler; fast alle franz. Könige wurden hier gesalbt ; bis auf den heutigen Tag zahlreiche röm. Relikte; Kathedrale Notre Dame; Stadt im 1.Weltkrieg stark zerstört) Etap Hotel Thillois
Von Revin (F)

Gegen 7:00 Uhr stehen wir auf. Wir haben wenig und zudem noch schlecht geschlafen. Auf dem Weg zum Speisesaal (wir hatten mit Frühstück gebucht) stolpern wir fast über Gäste, die in Schlafsäcken auf dem Flur übernachtet haben. Aufs Frühstück müssen wir warten. Das Personal scheint wohl auch die ganze Nacht gefeiert zu haben. Gelohnt hat sich das Warten jedenfalls nicht, denn das Frühstück (für 6 Euro) ist derart spärlich, dass wir gezwungen sind, uns noch eine Dauerwurst von daheim zu teilen, um überhaupt satt zu werden.

Ge rd, von uns Dreien der mit Abstand beste Frankreichkenner, warnt schon jetzt davor, dass wir in Frankreich mit dem Frühstück grundsätzlich ein Problem bekommen werden. Nicht n u r , dass es recht spärlich und wenig nahrhaft ist und deswegen den doch recht hohen sportlichen Anforderungen, die an uns wegen der hohen Kilometerumfänge gestellt werden, absolut nicht gerecht wird, wird es zudem oft recht spät verabreicht. Dies bedeutet, dass uns schon früh wertvolle Zeit verloren geht. Mit der Vorstellung, in Zukunft aus den oben genannten Gründen das ein oder andere Mal auf's Frü hstück im Hotel zu verzichten, kann Jürgen sich jedoch absolut nicht anfreunden.

Kurz nach 9:00 Uhr brechen wir bei trübem Wetter auf. Am Ufer der Maas haben sich schon früh jede Menge Angler zu einem Wettbewerb eingefunden. Wir versuchen, einen Stempel für unseren Pilgerausweis zu bekommen. Vergeblich, Kirche und Pfarrbüro sind noch geschlossen. Das Zentrum des Ortes ist ein einziger Trödelmarkt. Fast alle Straßen sind gesperrt. Ein freundlicher Polizist weist uns den Weg aus der Stadt. Schon nach einem Kilometer beginnt die nicht enden wollende Steigung aus dem Maastal in die Ardennen. Mindestens 10 Kilometer fast ausschließlich berghoch bedeuten schon eine ziemliche Qual, zumal bei diesem miesen Wetter. Hierbei bewährt sich allerdings, dass jeder seinen eigenen Rhythmus fährt. In Renwez, dem ersten größeren Ort auf der Höhe machen wir eine kleine Rast. Wir sehen noch, wie sich ein Umzug zum Gedenken an den 14. Juli gerade auflöst, steuern die nä chste Bar an und genießen dort den heißen Kaffee. Nachdem wir uns beim Bäcker noch mit einem großen Baguette und Teilchen für den Tag eingedeckt haben, setzen wir die Fahrt fort. Das Wetter hat sich gebessert und unsere Stimmung auch. Wir genießen die Landschaft. Sie ist zwar hügelig und karg - entsprechend einfach, ja fast ärmlich sind auch die Häuser und Höfe in den weit auseinander gelegenen Dörfern - strahlt jedoch trotz der Kargheit einen gewissen Charme aus. Die Mittagpause legen wir in dem sonntäglich ausgestorbenen Örtchen Thin le Moutier ein. Ein Busunterstand schützt uns vor dem Wind. Jürgen, der nur kleine Trinkflaschen dabei hat, muss an einigen Haustüren schellen, bis er sein Trinkreservoir wieder auffüllen darf. Im etwas größeren Rethel verbringen wir vor einer PMU Bar (Wettbüro mit Barausstattung) unsere Nachmittagspause. Nachdem wir den größten Teil unserer heutigen Etappe auf verkehrsarmen Landstraß en zurückgelegt haben, müssen wir die letzten Kilometer über die verkehrsreiche Nationalstraße 51 fahren. Schon von weitem, ca. 10 km, sehen wir die charakteristischen Türme der Kathedrale von Reims. Die Besichtigung dieser herrlichen Kathedrale ist natürlich ein Muss, ebenso wie ein Stempelabdruck für unseren Pilgerausweis. Es ist schon spät und wir beeilen uns, das an der Peripherie von Reims gelegene Etap-Hotel in Thillois zu erreichen. Wir haben Glück, erhalten ein kleines, spartanisch eingerichtetes 3-Bettzimmer und können unsere Fahrräder in einer "Besenkammer" abstellen. Dort drauß en ist ein neuerrichtetes Vergnügungsviertel mit mehreren Restaurants, einem Multiplex Kino, einer Disco und Hotels entstanden. Wir gehen zu einem Italiener in der Nähe essen, sind jedoch enttäuscht. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt einfach nicht. Ansonsten sind wir zufrieden mit dem bisher Erreichten. Nur Jürgen's Po bereitet uns große Sorgen. Er (der Po) ist weitflächig entzündet; wahrscheinlich hat Jürgen ein falsches Einreibemittel genommen.


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