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18. Tag
29. Juli 2002
El Burgo Ranero – Villamarco – Mansilla de las Mulas – León – Hospital de Orbigo – San Justo de la Vega - Astorga
Von El Burgo Ranero (E)

Wegen der zu erwartenden Hitze brechen wir schon sehr früh auf, mü ssen uns deswegen allerdings mit einem spärlichen Frühstück begnügen, da die Hotelküche noch geschlossen ist. Schon nach wenigen Kilometern über ruhige Landstraßen erblicken wir auf einem freien Feld 7-10 Störche. Noch ist die Landschaft gekennzeichnet von den ausgedehnten abgeernteten Getreidefeldern mit den riesigen Bergen von Getreide. Nach ca. 20 Kilometern entdecken wir am Rande eines Dorfes in einem Berghang eine größere Ansiedlung von Höhlenwohnungen. Sichtbar sind nur die Eingänge sowie kleine Kegel, die aus dem Boden hervorragen. Diese Kegel sind Schornsteine und sorgen für die Luftzufuhr, erzählt uns ein älterer Bauer. Heute dienen die Höhlenwohnungen den Bewohnern als Vorratskammern, vor allen Dingen als Weinkeller. Die zwei Storchennester auf dem Kirchturm sind bereits seit 2 Wochen verlassen, erzählt der Bauer weiter. 5 Jungstörche seien mit ausgeflogen. Vielleicht waren es die Stö rche, die wir vorhin gesehen haben?

In Mansillas de Mulas machen wir in einer Bar eine ausgedehnte Frühstückspause. Mussten wir in Frankreich für das in der Regel spärliche Frühstück - meist Croissants und Baguettes mit Marmelade - relativ viel bezahlen, so bekommen wir in Spanien für weniger Geld ein bedeutend kräftigeres und herzhafteres Frühstück. Große Stangen-Weißbrote mit deftigem Schinken, Käse oder Rührei erfreuen jedes mal unser Herz, insbesondere das von Jürgen.

So gestärkt geht es weiter in Richtung Leon. Wie bei all unseren Fahrten in die größeren Städte ist es immer wieder eine große Zerreißprobe für unsere Nerven, bis wir ins Zentrum der jeweiligen Stadt gelangen. Das Fahren mit vollbepacktem Rad im normalen Straßenverkehr erfordert von uns vollste Konzentration und kostet viel Kraft. Entlohnt werden wir zum Ende jedoch immer wieder, so auch heute mit einer herrlichen und sehenswerten Altstadt, in deren Mittelpunkt die prächtige Kathedrale steht. Einheimische sagen, sie sei die schönste Kathedrale Spaniens. Sie ist die einzige, die im 13. J h . im Stile der französischen Gotik erbaut wurde. Durch 200 kunstvoll verzierte Fenster mit insgesamt 1800 qm Fensterfläche strömt viel Licht ins Kircheninnere und lässt so die Schätze noch strahlender und kostbarer erscheinen. Auch wir konnten uns davon überzeugen.

Wir schlendern mit unseren Fahrrädern noch durch einige sehr belebte Altstadtgassen, bewundern die wunderschönen Häuser und verlassen Leon schon bald, denn es ist bereits Mittag und bis zum Tagesziel Astorga sind es noch etwa 60 Kilometer. Zudem ist es wieder sehr heiß.

Über eine vielbefahrene Ausfallstraße führt uns der Weg zunächst durch ein hässliches Industrieviertel aus Leon heraus bis Hospital de Orbigo. Langsam wandelt sich die Landschaft. Die Getreidefelder sind jetzt durchsetzt mit bewaldeten Hügeln. In der Ferne erblicken wir hohe Bergketten, sie lassen erahnen, was auf uns zukommt. Schon jetzt geht es mehr bergauf als bergab. Die Flachetappen liegen hinter uns. Wir werden uns in den nächsten Tagen wahrscheinlich noch oft nach ihnen sehnen. Die letzten Kilometer bis Astorga müssen wir noch über die Nationalstraße fahren. Schon von weitem sind die Türme der Kathedrale sichtbar.

Wir finden schnell ein kleines und preiswertes Hotel am Rande der Altstadt und machen uns frisch für den Stadtbummel. Der sollte sich lohnen. Astorga war schon zur Römerzeit sehr bedeutend, was man noch an zahlreichen baulichen Überresten, wie z . B . den Stadtmauern, sehen kann. Eines der vielen Wahrzeichen der Stadt ist neben der aus dem 15. J h . stammenden gotischen Kathedrale Santa Maria der neogotische Bischofspalast Palacio Episcopal, der um die Jahrhundertwende (13. u. 20.J h . ) von Antonio Gaudi erbaut wurde.

Auf dem Vorplatz der Kathedrale erkennt Jürgen anhand des Trikots eines schweizerischen Radpilgers, dass dieser im gleichen Radtrainingscamp auf Mallorca gewesen sein muss wie er selbst. Jedenfalls kommt es zu einem angeregten Erfahrungsaustausch, wobei beide den Leiter des Trainingscamps, einen ehemaligen Schweizer Meister, in den höchsten Tönen loben. Der schweizerische Radpilgerfreund ist mit seiner Frau unterwegs nach Santiago und hat viel Zeit dafür, wie er sagt. Und augenscheinlich auch viel Geld, denn er bevorzugt es, nur in guten Hotels abzusteigen. Hostals und Refugios sind ihm wohl fremd.

Wir schlendern noch durch die belebte Altstadt, genießen in einem etwas besseren Restaurant ein typisch spanisches Essen, gehen gut gesättigt und zufrieden zurück zu unserem Hotel und beenden einen wiederum wundervollen Tag mit einem Absackerbier, zur Belohnung dafür, dass wir heute die 2000- Kilometer-Marke geknackt haben.

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