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11. Tag
22. Juli 2002
Bazas - Pompéjac - Préchac - Callen - Luxey - Labrit - Vert - Garein - Ygos St. Suzan - Ousse Suzan - Carcen - Ponson - Tartas
Von Bazas (F)

Wir lassen uns Zeit und "genießen" das uns schon vertraute spärliche französische Frühstück in unserem gemütlichen Hotel. Zeit lassen wir uns deshalb, weil wir heute den bisher kürzesten Tagesabschnitt vor uns haben und zudem keine bemerkenswerten Höhenunterschiede zu bewältigen haben. Wir plaudern noch etwas mit dem Wirt. Er erzählt uns von der Hektik im Hotel im Zusammenhang mit der Tour de France Etappe und ist froh, dass jetzt wieder Ruhe eingekehrt ist und er die Zeit hat, die vielen Blumen und Pflanzen im und am Hotel gießen zu können, verhehlt aber auch nicht, dass er den "Blumen- und Pflanzen-Tick" seiner Frau manchmal verflucht.

Gerade als wir unser Gepäck wieder verstauen, erhält Jürgen einen Anruf aus der Heimat. Dort soll um 7:30 Uhr ein deutlich merkbares Erdbeben gewesen sein. Nach einigen Rückrufen unsererseits, die uns versichern, dass unsere Lieben in Ordnung sind, radeln wir gegen 8:00 Uhr bei noch angenehmen Temperaturen und in guter Stimmung los. Der Wirt wünscht uns "bonne route". Mit "bonne route" ist es schon nach wenigen Kilometern Schluss. Wir sind jedoch nicht ganz schuldlos daran. Ein Hinweisschild empfiehlt uns, wegen Brückenbauarbeiten eine Umleitung zu nahmen. Wir ignorieren einfach diesen Hinweis in der Hoffnung, dass dies nur für Autofahrer gilt und wir mit unseren Fahrrädern schon irgendwie "dadurch kommen". Jedoch Pustekuchen. Die Brücke bei Pompejac ist total abgerissen, ein Weiterkommen unmöglich. Wir müssen also zurück und einen Umweg von mehreren Kilometern in Kauf nehmen. Dieser Umweg gestaltet sich zudem noch als äußerst schwierig. Teilweise müssen wir die Fahrräder über sandige Waldwege schieben. Dank Gerd's ausgeprägtem Ortsgefühl und seiner Fähigkeit, Landkarten richtig zu lesen, kommen wir schnell wieder auf unsere vorgesehene Route. Die Landschaft, die wir durchfahren, die Gascogne, ist geprägt durch riesige Kiefernwälder und sandigen, mit Heidekraut bedecktem Boden. Auf den unendlich langgezogenen geraden, fast verkehrslosen Straßen kommen wir, ständig begleitet vom Zirpen der Zikaden, schnell voran. Teilweise sind die schnurgeraden Straßen so wenig befahren, dass wir zu Dritt nebeneinander fahren können. Unterbrochen wird die doch recht monotone Landschaft durch Bauernhöfe mit einem für uns ungewöhnlichen Fachwerk, einem Fachwerk, wie es wahrscheinlich nur hier in der Gascogne anzutreffen ist. Der schlechte Zustand der Bauernhöfe lässt zudem erahnen, dass es den Bauern hier nicht unbedingt gut geht. Wovon auch?

In Vert, einem kleinen Ort, wo die Zeit stehen geblieben zu sein scheint, füllen wir in einem kleinen Krämerladen unsere Proviant- und Trinkvorräte auf. Aber wir staunen nicht schlecht, da es Montag ist, gibt es im ganzen Dorf nur Brot von gestern. Kurze Zeit später finden wir eine regelrechte Idylle , wo wir, wie immer, opulent "picknicken". Obwohl wir uns eine längere Pause leisten könnten, haben wir nicht die nötige Geduld dazu. Es ziehen plötzlich Wolken auf und es beginnt leicht zu tröpfeln. Zieht da eine Gewitterfront auf? Wünschenswert wäre e s , denn die Hitze setzt uns schon seit Tagen zu. Eine Abkühlung täte gut. Aber so schnell die Wolken aufgezogen sind, so schnell verschwinden sie auch wieder und die Sonne zeigt sich wieder von ihrer "besten" Seite.

Schon um 17:00 Uhr erreichen wir unseren Etappenort Tartas. Das Thermometer zeigt noch 32 Grad. Am Ortseingang finden wir ein einfaches, aber preiswertes Hotel, in dem wir am Abend auch Essen können. Bevor wir uns für die obligatorische Ortsbesichtigung frisch machen, genießen wir die noch frühe Stunde, eine für uns bislang unbekannte Situation, und setzen uns für ein kühles Bier auf die sonnige Terrasse vor dem Hotel. Für den Rest des Tages kreisen unsere Gedanken und Gespräche fast ausschließlich um den Camino. Wir sind voller Erwartung.

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